Der Orca und der Junge"Natsaklane"

Vor langer Zeit, lange bevor der weiße Mann je daran gedacht hat einen Fuß auf das Land des heutigen Amerikas zu setzen, lebten auf diesen Kontinenten viele Indianerstämme. Der große Manitu schenkte einigen Stämmen einen besonders schönen Fleck an der Nordwestküste Nordamerikas. Sie lebten von und mit allem was die Natur ihnen zu bieten hatte. Die Bäume des Regenwaldes lieferten das Material für die großen Plankenhäuser, die Kanus, die Wappenpfähle (Totem Poles) und Masken. In den Wäldern boten eine reiche Anzahl von Tieren, Beeren und Wurzeln einen Grundanteil der Nahrung. Doch der größte Teil der Nahrung holten sie sich aus den weiten Gewässern der See. Alles stand reichhaltig zur Verfügung, so dass sie Handel mit benachbarten Stämmen trieben und somit die Ressourcen gleichmäßig verteilten.

                         

Einer dieser Stämme nannten sich Haida. Die Männer führen mit ihren Kanus hinaus auf See um Fisch zu fangen. Sie bauten die Häuser und Kanus. Die Alten schnitzten Masken und Totems. Frauen sammelten Beeren und Wurzeln, flochten Körbe und bekamen Kinder. Die Kinder spielten und lernten von den älteren alles was sie zum späteren Leben brauchten. So auch der kleine Natsaklane. Natsaklane war ein Junge, wie viele andere auch. Er spielte mit seinen Freunden und ging auch mit Gruppen in die Wälder um Beeren und Wurzeln zu sammeln. Von den ältesten lernte er die Schnitzereien kennen und lauschte dabei den vielen Geschichten, die sie zu erzählen hatten. Er wuchs heran und es kam der Tag an dem er nun endlich mit den Männern hinaus zur See fahren durfte um den Fischfang zu erlernen. Er war ein eifriger Junge und lernte sehr schnell.                                           

Doch eines Tages als er mit den anderen Kriegern Fische jagte, verirrte sich der kleine Natsaklane und war plötzlich ganz allein. Während er die anderen suchte kam ein furchtbarer Sturm auf. Natsaklane konnte nirgendwo Schutz finden. Doch die Otter kamen und brachten ihn tief unter die Wasseroberfläche, wo er Nachts in Sicherheit war. Am Tag darauf, als sich der Sturm gelegt hatte suchte der Junge erneut nach den tapferen Kriegern. Doch alles was er fand war ein riesiger Baumstamm. Natsaklane fing an aus dem Baumstamm eine riesige Bestie zu schnitzen. Und danach versuchter er seine Schnitzerei zum Ozean zu tragen. Er fand auch Wasser, aber es war nicht der Ozean. Seine große Schnitzerei trieb etwas hinaus und versank zum Grund des Teiches. Natsaklane saß nun am Ufer, beobachtete und wartete. Auf einmal sprach er ein Gebet, dass er noch nie zuvor gehört hatte. "Salanah eyung ayessis"  Er sprach immer wieder dieses Gebet, es war so merkwürdig. Doch auf einmal wurde alles um ihn herum noch seltsamer. Wind kam auf, die Wolken am Himmel vereinigten sich mit dem Sonnenlicht zu einem leuchtenden Nebel. Das Wasser des Teiches geriet in Wallung, als wenn es zu kochen anfing. Und dann tauchte die Schnitzerei wieder auf. Nur war es keine Schnitzerei mehr. Seine Schnitzerei war lebendig und ein Orca. Der Orca stieg auf in den Himmel und flog den ganzen Weg, wie ein Vogel, bis zum Ozean. Natsaklane rannte hinter ihm her. Als er am Strand angekommen war, sprang er auf seinen Rücken und der Orca brachte ihn nach Haus.

                               

                                         

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